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Donnerstag, 9. November 2017

Frau Holle und die Lampendame

In meinen Kindheitserinnerungen ist Frau Holle eine freundliche?, rundliche, gemütliche, alte Frau mit Kopftuch und dunklem? Haar, die gerne ihre Betten kräftig ausschüttelte, so dass es unten auf der Erde schneite.

Alles FALSCH!

Denn haben Sie es gewusst? Frau Holle hat mächtig abgespeckt,
............trägt jetzt Taille, 

.............ist erblondet
.............und schüttelt heutzutage keine Betten mehr aus.

NEIN!

Mit ihrer schmalen, vornehmen, behandschuhten Hand klopft sie kurz auf ihr Kleid und dann Schnee-stöbert es leicht . Ja, leicht denn für ein richtiges Wintergefühl hierzulande reicht es kaum noch.
Und nun fragen Sie sich vielleicht, was hat jetzt die französische Lampe mit Frau Holle zu tun???

Tja, in diesem Falle tut Kindermund mal wieder Wahrheit kund. Denn meine Tochter meinte plötzlich beim Betrachten der fertigen Lampendame:

Cool, das ist Frau HOLLE !

Eigentlich hatte ich mir eine vornehme Dame im Winter vorgestellt. Aber na klar:
FRAU HOLLE 
in shabby chic natürlich

Frau Holle hat eine kleine Winterlandschaft unter ihrem Rock. Es gibt einen kleinen Baum mit einer Schneeeule drauf, vorn ein dicker Schneemann an dem noch zwei Kinder bauen, rechts läuft ein Schneekind aus Porzellan Ski. Links ein vornehmes Mädchen. Sie zieht einen Schlitten mit einem kleinen Kindlein. Und ein Schneeschaf ist zu sehen.......jawohl, sowas gibt es bei mir.......

Alles ist von mir aus Watte, kleinen, kaputten, alten Porzellanköpfen und etwas Krepppapier gefertigt. Ausser das alte Schneekind. Sein Porzellanarm war gebrochen. Der wurde geklebt und es auf Ski gestellt, denn seine Haltung ließ vermuten, dass es ein kleiner Skiläufer ist.
Ach ja ....und natürlich leuchtet die Lampendame auch. Eine kleine Minnibeleuchtung ist im Rock angebracht, leider schwer zu fotografieren wenn sie leuchtet.
Aber wenn die Lampen brennen, ist es Abend geworden in der kleinen Winterlandschaft und das zaubert eine herrliche Stimmung.


Meine Frau Holle wird erst einmal ein Bestandteil unserer Winter/Weihnachtsdeko werden. Einen schönen, Kater- sicheren -Platz muss ich noch finden, denn mit ihren 50 cm ist Frau Holle schon recht imposant.

Eine der Schönsten und wohl auch sehr alten Abbildung des Märchens Frau Holle hier auf einer alten Postkarte aus meiner Sammlung.

 Bitte HIER klicken um den ersten Teil der französischen Lampen / Lumpendame zu lesen.
                                                                                                                   

Dienstag, 29. August 2017

Yoshi ist da!!!! ACHTUNG ein langer Post!

Meine Minni-Katze ist Anfang diesen Jahres für immer von uns gegangen.
Aber schon bald war klar, dass wir wieder einem Tier ein gutes Zuhause geben wollen/müssen.

Vermutlich liegt es an meinem Sternzeichen (Waage), denn ich muss immer Vor- und Nachteile sorgsam abwägen, bis ich dann endlich mal zu einer Entscheidung gelange. Spontan ist anders!

So überlegte ich hin und her. Sollte es wieder eine kleine Baby-Katze sein, aus dem Tierheim? Oder vielleicht eine Rassekatze vom Züchter oder gar ein kleiner Hund, dem wir wieder Liebe schenken könnten.

Was wird dann mit meinem Deko-Kram in unserer Wohnung und meinen Puppen und außerdem liebe ich es ordentlich und an manch alter Shabby-Deko hänge ich sehr, es sind Einzelstücke und so leicht nicht ersetzbar.

Ein kleiner Wildfang würde mit seinen Krallen im antiken Seidenkleid hängen und es vermutlich von oben bis unten aufschlitzen.
...oder hinter die antiken, schweren Spiegel kriechen um sich zu verstecken...
.....Ostern gibt es bei uns große und kleine Osterhasen, viele Ostereier, die so schön kullern....

...ich habe kleine Wattetierchen- .......zum zerbeissen?
.....und -Auweia- ich habe giftige Pflanzen...

.....und Weihnachten erst -der Supergau- da baumelt, glitzert, hängt und knistert es überall!


Unsere vorsichtige Minni Katze hat das alles nicht interessiert. Sie war noch sehr klein als bei mir das Sammelfieber ausbrach und wuchs damit auf, lernte damit umzugehen, es war alles perfekt.

Also dann doch lieber einen kleinen Hund? Den kann man erziehen und die Tochter wäre über die Maßen begeistert. Und ich könnte ihn in mein Fahrradkörbchen setzen, denn ich radle gerne und er könnte überall dabei sein.

Naja, lange Rede kurzer Sinn: Ich bin ein Katzenmensch und kein Gassigeher.

Und ich finde es furchtbar einem Züchter Unmengen an Geld in den Rachen zu werfen, sei es für einen Hund oder eine Rassekatze, wenn doch so viele, arme, liebe Tiere (manche ihr halbes Leben lang!) im Tierheim sitzen und auf ihr Zuhause warten.
Also fuhren wir ins Tierheim.

Und dort fanden wir Yoshi. Ein Katerchen, ca. 1 Jahr alt mit großen, dicken Tatzen, aufgeweckt, sehr verspielt und unglaublich lieb, ein Schnurrer.
Als ich ihn zum ersten Mal sah, lag er auf dem Rücken, lustig alle vier Beine in die Höhe gestreckt.


Wir hatten ein paar Startschwierigkeiten, in den ersten Wochen denn Yoshi klebt förmlich an mir. Wo ich bin, ist er auch und will nicht weg, auch nicht um das Katzenklo aufzusuchen. Und so landete eine Pfütze in meinem alten Wäschekorb, der mit alter Bettwäsche dekoriert ist. Ja, wirklich. Der Korb vom Franz Schmidt Baby- Post HIER.

Natürlich geht sowas gar nicht und ich war erst einmal am Boden zerstört.

Nach einigen Gesprächen mit anderen Katzenfreunden, einem Anruf bei der Pflegerin im Tierheim, wussten wir: Yoshi brauchte ein zweites Katzenklo in unserer großen Wohnung. Und seitdem funktioniert es und ich hoffe, das bleibt auch so. Einem glücklichen Katzenleben bei uns steht jetzt nichts mehr im Weg.

Und ich bin auch glücklich, der Kleine ist absolut fotogen. Unsere Wohnung habe ich etwas Katzen sicher gemacht. Meine Wespentaillen-Damen (Schneiderpuppen) stehen jetzt in ihren Baumwoll-Unterkleidern da. Die feinen Seidenkleider sind erst einmal in die Kommode gewandert. Die Spiegel wurden fest verankert.
Gespannt bin ich auf Yoshis erstes Weihnachtsfest bei uns. Sicher wird die Eine und andere Christbaumkugel fallen aber da konnte auch unsere alte Katzendame, die liebe Minni, nicht widerstehen.









Yoshi wird immer mal wieder auf meinem Blog zu sehen sein.
In mein Puppenkontor darf er im Moment nur in meiner Begleitung. Da sind wird noch in der Probephase.😊


Mittwoch, 26. April 2017

Was man (ich) so findet....oder mehr shabby geht nicht.

Tee- oder auch Halbpuppen und Sofapuppen sind eigentlich nicht so meins.
In meiner Sammlung möchte ich sie nicht haben, meist sehen sie ziemlich hochnäsig oder besser vornehm aus, selten lieblich.
In Verbindung mit dem shabby chic und Dekorationsmöglichkeiten akzeptiere ich sie,
brauche sie aber nicht und doch..................
finde ich sie (oder hat sie mich gefunden?) und ernte von allen Seiten Kopfschütteln.

Nur ich weiß in diesem Moment was daraus werden kann.
Meine Lieben zu Hause haben dazu keine Vorstellung und immer wieder muss ich dann Rede und Antwort stehen:

Frage:                             Antwort:
Boah, warum ist das so hässlich?.........................Weil es uralt / antik ist?!
Was ist das denn????? ...........................................Na, ratet mal.
Alles verrostet!!.......................................................Egal
Schief! Wackelt !.....................................................Egal
Sperrmüll!..................................................................NEIN!
Riecht komisch, ..........................................................Wo?
Was willst du denn damit?..................................................Weiß ich noch nicht.
!!!!!!!!!!Wie viel hat das gekostet ?????? .........................Betriebsgeheimnis!



 Natürlich bekomme ich das Teil nicht umsonst, der Verkäufer will Geld dafür haben.
Und dann will ich nur noch eins - schnell weg.
Ganz, ganz schnell will ich das "Ding" bezahlen, einpacken und fort.
Klasse wäre jetzt wie bei Harry Potter "Apparieren und Disapparieren" zu können.


Aber geht nicht:  und das Teil ist sperrig und passt in keine Tasche.
Und so muss ich, einem Spießrutenlauf ähnlich, das Teil für jedermann sichtbar noch durch die halbe Stadt tragen.

Jetzt nicht lachen............naaaaaaa gut, .........das H I E R ist schon extrem komisch......
und dabei war es mal eine Lampe mit einer Halbpuppe dran.
Jawohl!


Und als sie vor vielen Jahren neu war, hatte die vornehme Lampen-Dame ein feines rosa Seidenkleid mit Rüschen an. Und unter ihrem Rock mit Krinoline und dem aufgespannten Seidenschirm leuchteten Glühbirnen.


Das ist lange her, denn so um 1920 war sowas wohl in Mode und wurde ins Boudoir (elegantes Damenzimmer) gestellt.
Immerhin ist Madam halbwegs in Ordnung, sie sieht eben nur etwas nackig aus.
Dem richtig, ernsthaften Shabby Liebhaber würde dies wohl alles nicht stören.....mehr shabby geht eigentlich nicht.

Aber ich werde die Dame etwas herrichten, immer noch shabby, ja, aber etwas edler darf es sein.
Ich habe da so meine eigenen, verrückten Vorstellungen..........

Es wird einige Zeit dauern, bis ich sie bearbeitet habe. Denn jetzt kommen die Schön-Wetter- Tage,(hoffentlich) da sitzt man weniger drin und bastelt.

Aber ich freue mich darauf und wenn sie fertig ist, die seltsame Lampendame, dann wird sie hier gezeigt. Versprochen.   
                Bitte HIER klicken.



Sonntag, 24. Juli 2016

Wieviel shabby darf´s denn sein? (2)

Oftmals wurden die Puppen nur im einfachen Hemd/Chemise verkauft.
Und diese waren meist aus dünnen Stoffen (Baumwolle, Gaze, Batist). Solch ein intaktes Puppen-Kleidungsstück heutzutage zusammen mit der dazugehörigen Puppe noch zu bekommen, ist ein Glücksgriff.
Aber auf machen Betrachter wirkt solch antikes Puppenhemd oder Kleid unansehnlich, hässlich, versüfft (ehrlich, das hat jemand zu mir gesagt...).
Antike Textilien sind nicht neu, Gebrauchsspuren normal bei einem Alter von 100 Jahren. Diesen Zeitraum muss man sich mal vorstellen. Das überhaupt solch ein Kleidungsstück einer Puppe erhalten geblieben ist, unglaublich!

Und deswegen braucht sich das kleine DEP-Fräulein mit ihrer alten Kleidung hier auch nicht verstecken.








Es gab Zeiten, da wurden die Puppen gesammelt und die alten Perücken und Kleider entsorgt. Man war der Meinung, das alles kaputte, schäbige, schmutzige weg muss.  Möglichst schnell sollte es durch teures neues, sauberes ersetzt werden.
Dann thronte auf dem Kopf der antiken Puppe eine nagelneue Kanekalon-Perücke, die war so schön füllig, weich und das (Kunst)Haar glänzte.  Noch neue Schuhe und ein neues Kleid musste her und dann wurde die Puppe in die Vitrine eingesperrt.

 Das Alte sollte musste NEU aussehen und damit war das antike Flair der Puppe verloren.
Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie die beiden hier mit neuen Kanekalon-Perücken und nachgenähten Kleidern aus alter Baumwoll-Bettwäsche aussehen.
Nein, das ist nicht meins und deswegen lasse ich mir Zeit....
.....beim Suchen und Finden und auch beim Glücklich sein über das gefundene Alte/Antike.
Das gefällt mir so an meinen Hobbys. Ich weiß nie was noch kommt und dann entdecke ich ihn den alten Schatz und mit etwas Glück kann ich ihn mit nach Hause nehmen.
Den halb zerfledderten Kinderschirm, die alten Strümpfe oder Puppenschuhe und wieder ist ein antikes Puppenmädchen damit perfekt - für mich.
* * *

Sonntag, 3. Juli 2016

Wieviel shabby darf´s denn sein? (1)


Genau diese Frage stellte ich mir neulich, als jemand zu mir meinte: "Du hast doch eine weiß Macke". Und das just in dem Moment, als ich mit dem Farbpinsel (mit weißer Farbe) in der Hand, einen alten Kaminvorsatz streichen wollte, der eigentlich silbern ist.

Pinsel weg - Fotoapparat zur Hand.

Und man kann es deutlich sehen. Das Alte hat viele Farben hier bei uns. Nicht nur weiße Farbnuancen sondern auch warme Töne, braun, creme, vintage rot, schwarz und grün.
Und wie viel shabby/Schäbigkeit/Patina gefällt oder auch nicht, ist persönliche Geschmacksache.

Und so ist es auch mit der Puppenkleidung - um jetzt die Kurve zu den Puppen zu bekommen...

Bei mir müssen die antiken Puppen unbedingt auch alte Kleidung haben. Die kann schäbig aussehen, verblasst.Wird sicher fleckig sein und hat vielleicht hier und da ein Löchlein.

Das stört mich wenig, denn
erst mit dem alten Kleid, schiefen Hut oder der halb zerschlissenen Seidenschleife im Haar versprüht diese antike Puppe den Zauber des Alten, Vergangenen, Geheimnisvollen für mich - was ich so liebe...

Bei Unterwäsche, Socken und gestrickter Kleidung darf es auch mal etwas neueres sein, da bin ich dann nicht so pingelig.

 Franz Schmidt Puppe mit kompletter, alter/antiker Kleidung
 K*R Simon&Halbig 121 Puppe, alles alte Kleidung nur Mützchen und Weste sind neu gestrickt


Cuno&Otto Dressel Puppe mit antikem Hut und neuerem gestrickten Cape
Kestner 164 Mädchenpuppe in einem alten Kleid

K*R Simon&Halbig 117 n in einem antiken Kleid

Ihre komplette, antike Garderobe hat diese Puppe (Heinrich Handwerk 109) noch. Das Kleid passt perfekt. Vermutlich das originale Verkaufskleid.

Diese Kestner 195 trägt ein sehr altes Seidenkleid kunstvoll gesmokt. Im Rücken mit ganz vielen Knöpfen zu schliessen. Ein Traumkleid.
*********

Und der antike, silberne Kaminvorsatz? Ist nicht weiß angestrichen worden, jawohl.

Zweckentfremdet steht er an der frischen Luft und kann Rost ansetzen. Und das gefällt mir fast noch besser als weiß.

-Fortsetzung folgt-