Liebe Sabine,
tausend Dank. Was für eine niedliche Geschichte. Die kannte ich nicht. Sie ist richtig toll zum Weitererzählen.
Und so lustig:
Der Fuchs hat also den Osterhasensohn! gefressen und in seinem Bauch knirschten hörbar die Eierschalen... 😁
Wie genial ist das denn?
Ach schön.
Das verzaubert meinen Tag. Fröhliche Ostern auch dir und deinen Lieben 🐣🐇🌞🌼🪺
ganz viele liebe Grüße Anke
Sabine schrieb:
Hallo liebe Anke,
vielen herzlichen Dank!
Anbei eine kleine Ostergeschichte, die mich als Kind sehr aufgeregt hat, aber später im Leben zum Schmunzeln brachte und auch zum Nachdenken anregte.
So ein Schreck!
Der Fuchs hatte den Osterhasensohn gefressen! In seinem Bauch knirschten hörbar die Eierschalen. Nun hatte der Fuchs Bedenken, daß sich das herumspricht und er dann "Osterhasenfresser" genannt wird.
Und weil der Fuchs bekanntlich ja schlau ist, besah er vorsichtig alle Hasennester.
Als er den kleinen "Löffelbein" fand (er ähnelte dem verschluckten Osterhasen auf´s Haar)
trug er ihn so vorsichtig er nur konnte, in´s Osterhasenhaus.
Vater Hase bemerkte nichts.
Nun begann ein wunderschönes Leben für den "Osterhas" : bestes Futter, alle Tiere achteten ihn und auch vor dem Fuchs brauchte er sich nicht zu fürchten.
Besonderen Spaß bereiteten ihm die Hühner, denen er dann und wann begegnete.
Wie die gackerten und ihn verliebt anstarrten!
Dann kam der Frühling und es nahte das Osterfest. Vater Hase nahm seinen Sohn mit in die Osterhasenwerkstatt. Er legte seine Pfote auf die Schulter des Kleinen und zeigte auf die vielen leeren Körbe, die dort standen.
"Von heute an bist Du ein richtiger Osterhase!" Dann hoppelte er zu einem der Körbe und schon war dieser bis zum Rand mit bunten Eiern gefüllt.Dem kleinen Hasen gefiel das sosehr, daß er vor Freude in die Pfötchen klatschte. Das wiederum gefiel dem Hasenvater außerordentlich und er war mächtig stolz auf seinen Nachwuchs.
"Du darfst nun alle anderen Körbe füllen. Ich hopple inzwischen in die Stadt und besorge dort viele bunte Abziehbilder, damit schmücken wir dann die Eier."
Der kleine Hase hopste freudig zu einem der Körbe - plumps! Leider war das kein Osterei!
"Schäm Dich" sagte der Vater "dafür bist Du doch schon zu alt. Mach es sauber und lege richtige Eier"!
Dann ging er ärgerlich fort und der kleine Hase mühte sich vergeblich ab. Es wollte ihm einfach nicht gelingen.
Da kam ihm die Idee, es den Hühnern abzuschauen. Ja, das war es - er hatte nicht gegackert. Das Gackern war schwer und nach vielen Versuchen, bekam er einen kläglichen Ton heraus. Aber leider keine Eier!
Da begann er jämmerlich zu weinen. Das hörte der Fuchs. Und weil ihn sein schlechtes Gewissen noch immer plagte, beschloß er, dem Häschen zu helfen. Er nahm die größte Kiepe und eilte davon. Kurz darauf ertönte ein riesiges Geschrei im Dorfe, der Fuchs "besuchte" die Hühnerställe. Er stahl am hellichten Tage sämtliche Eier. Die füllten fast drei Körbe! Aber der Vater war nicht zufrieden, zumal die Eier weiß und vielleicht ein bißchen bräunlich waren.
Es fehlt die Farbe, dachte er
Er ging zur Hausapotheke und mischte aus verschiedenen Tüten Farbe mit Öl (für den besseren Glanz) in einer halben Eierschale. "Schluck das ´runter!" Der kleine Hase schüttelte sich! Das schmeckte fürchterlich! Aber tapfer schluckte er die Mischung, denn er wollte doch zu gern bunte Eier legen.
Vater Hase wunderte sich. Sein Sohn legte weiterhin weiße Eier und nur dann, wenn der Vater nicht zu Hause war! So vergaß er vor lauter Sorgen, seine Kiepe mitzunehmen als er wieder zur Stadt wollte. Flugs eilte er zurück! Erstarrt blieb er an der Tür seiner Werkstatt stehen: was wollte der Fuchs da drin? Dieser legte gerade behutsam die gestohlenen Hühnereier in die leeren Kiepen. Der kleine Osterhase stand ruhig daneben.
Nun wurde dem Alten alles klar! Wenn der Fuchs so gefällig ist, hat er allen Grund dazu.
Er ist sicher Schuld an der verpfuschten Eierlegerei - und mein Sohn ist gar nicht mein Sohn.
Irgendwie war er aber auch erleichtert. Die Schande, einen Sohn zu haben, der keine Eier legen kann, dünkte ihm schlimmer, als gar keinen Sohn zu haben.
Mit festen Schritten betrat er die Werkstatt: "Raus" schrie er und schon war der Fuchs verschwunden. Er schrie nochmals "Raus"! Diesmal galt es seinem falschen Sohn.
Nun wurde aus dem Osterhas` wieder das Häschen "Löffelbein", das nun wieder ein richtiges kleines Häschen sein durfte.
Der Fuchs aber bekam nun doch den, von ihm so gefürchteten, Spitznamen
"Osterhasenfresser"!
In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinen Lieben
ein gelungenes Osterfest!
Sabine







