Samstag, 26. September 2026

Kestner 143 und ein Unglück


Ich weiß nicht, aber beim Anblick dieser Puppe habe ich immer das Gefühl ich müsse sie gleich in Watte packen. Irgendwo hinstellen, wo die Umgebung weich  und warm ist, wo sie nicht anstösst oder gar wackeln könnte. Daher war das herbstliche Foto-Shooting gar nicht so einfach, soooo ganz am Rand  - förmlich am Abgrund auf der kleinen Holzbank auf der sie stand und mit dem kleinen Ungeheuer das da zu ihren Füßen lauerte. 😻


Wirklich blass ist sie die kleine Kestner 143 .
Und ich war mindestens halb so blass , als vor ein paar Wochen hier im Puppenkontor ein Unglück passierte.
Meine geliebte Kämmer & Reinhardt 192 ist gefallen. Wie in Zeitlupe sah ich den Fall, unfähig auch nur die Hand auszustrecken, geradezu wie gelähmt war ich und doch waren es nur Bruchteile von Sekunden als das Unglück geschah.

Und dabei hatte ich, wie immer, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen...... doch sie haben nicht gereicht,

 denn ich lebe mit einem "Elefant im Porzellanladen" zusammen. Meinem Mann. Immer hilfsbereit zur Stelle bei jeglicher fachmännischer Arbeit, die ab und an auf meinem Wunsch hin im Puppenkontor verrichtet werden muss.
Aber in einem Altbau kommt man manchmal an seine Grenzen und sei es nur beim Anbringen einer gemeinen Vorhangstange.
Und so entwickelte sich eine einfache Arbeit zu einem schweißtreibenden zeitaufwändigen Desaster.
Ja und es fiel nicht nur die Puppe sondern das ganze Regal, an dem mein Göttergatte mit seinem Arm hängen blieb, auf dem nur noch ganz hinten in der Ecke die 192 stand.
Nie hätte ich gedacht, dass ihr da hinten etwas passieren könnte aber so war es.

Nun, mein Herz ist nicht gebrochen aber es tut weh.
Es tut mir so leid um diese Puppe. Hergestellt um 1898 hat sie es bis ins Jahr 2026 geschafft , Und ausgerechnet hier bei mir im Puppenkontor ist nun diese Antiquität, ein wunderbares Zeitdokument, 128 Jahre alt, unwiederbringlich und für immer verloren gegangen.

Ja und ich höre sie die Pragmatiker, die meinen: ..." Meine Güte, mache doch einfach einen anderen Kopf auf den Körper oder lasse den Kopf restaurieren."
Nein, so einfach ist das nicht........bei mir!
Alleine das Kleid und der Körper würden mich immer an das Unglück und die Puppe erinnern.
Und vielleicht klingt es auch blöde aber eine restaurierte Puppe ist für mich nicht mehr die Gleiche.
Ich habe sogar den Spielreifen mit dem kleinen Harlekin aus Watte auseinandergenommen. Ich konnte es nicht mehr sehen.

Derweil freut sich die kleine Kestner ihres Puppenlebens und ich hoffe, dass es noch lange so bleibt.







P.S. Ihr müsst euch keine Gedanken machen, ich habe alles gut überwunden und auch meinem Mann geht es (wieder) gut. 😉 😁 


Ein sonniges Herbstwochenende für euch, macht es euch schön.❤️

Sonntag, 13. September 2026

Ein Traum in Rosa K&R 117n


Jetzt werden die Sonnenschirme wieder eingeräumt - der Herbst ist nicht mehr aufzuhalten.


Ich freue mich auf den Herbst - immer - und doch ist der Abschied vom Sommer jedes Mal ein wenig melancholisch für mich. Es ist eben ein Abschied. So etwas hatte ich früher nicht, ist wohl ein Altersding.

Meine geliebten Sommerkleider verschwinden nun wieder im Schrank und somit auch die Leichtigkeit von warmen (nicht heißen!) hellen langen Sommertagen und -nächten.

Die Bilder von der traumhaften 117n in Rosa möchte ich euch nicht vorenthalten.
Das ist wieder so eine Puppe zum Träumen. Makelloses Porzellan, Kulleraugen und erst dieser verführerische Blick......hach, da komme ich ins schwärmen...wenn ich nur die Fotos sehe.









Heute wird wohl hier ein Tag zum Einigeln, es regnet seit dem frühen Morgen. Macht es euch schön, Anke
🍂🧡🦔🌧️☕️🥐😘



Freitag, 11. September 2026

Für Ines aus Berlin


Es ist so ein wunderbarer Morgen für mich, wenn ich einen Kommentar im Gästebuch des Puppenkontors finde.

Danke liebe Ines. 💖 Ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, um mir deine Gedanken mitzuteilen.


Ines schrieb:

Hallo, liebe Anke,ich stöbere grad wieder - wie so oft - durch deinen Blog und die wunderschönen Fotos, ja durch die bezaubernden Szenerien, die du gestaltest, deine liebevollen Texte und möchte Dir einfach mal ein dickes DANKESCHÖN sagen.
Bitte mach weiter so...ich schaue oft in deinen Puppenkontor rein und lass die verrückte Welt da draußen außen vor und tauche ab in "unsere" Puppenwelt.
Ich hab jetzt kein ausgesprochenes Puppenzimmer, sie sind eher fast in der ganzen Wohnung verteilt, so dass ich immer welche um mich rum habe.
Jedesmal zaubern mir unsere Püppchen ein Lächeln ins Gesicht, auch rede ich mit ihnen hin und wieder (machst du das auch oder bin nur ich verrückt? :-D)
Mein Sohn, inzwischen 33jährig, sowie Schwiegertochter reden oft von meinen "Spooky-Puppen" (aber liebevoll gemeint) - sie "gruseln" sich eher ein wenig vor ihnen und meinen, nachts würden sich die Puppen unterhalten und munter in der Wohnung umherwandern. Den Gedanken finde ich schon irgendwie amüsant.
Ja, das sind so meine Gedanken... also bitte pflege deinen Blog hier weiter, hab eine schöne Zeit und ich freu mich schon auf die neuen Beiträge.
Liebe Grüße aus Berlin von Ines H.


*


Ja, diese verrückte Welt......
Und ich muss sagen seit einigen Tagen ist sie für mich nur noch schrecklich. Und das Schlimme für mich ist, dass sich diese Welt gar nicht mehr aussperren lässt, sie ist präsent. Sonst habe ich sie draussen vor der Wohnungstüre gelassen, dass gelingt mir nicht mehr.

Meine Puppen haben mich durch viele Tiefen getragen, mein Hobby hat mich fast immer aufgefangen. Aber ich merke langsam, dass das auch nicht mehr so gut funktioniert wie früher.

Und dann lese ich deine lieben Zeilen und genau in diesem Moment weiß ich, ich mache hier doch nichts unnützes.
Hinzu kommen die vielen Seitenaufrufe für meinen Blog aus aller Welt. Und ich weiß genau, irgendwo da draussen sitzt jemand vor seinem Handy und lenkt sich gerade von den Schrecklichkeiten dieser Welt ab. Und wenn es nur für ein paar Minuten ist.

Also heisst das auch für mich: Weitermachen. Durchhalten. An etwas Gutes glauben. Positiv denken!

Ich bin glücklich, dass du, liebe Ines, deine Gedanken mit mir teilst.
Du lebst tatsächlich mit deinen Puppen, hast sie immer um dich herum.
Das mache ich nicht, denn die Toleranzgrenze für meine Puppen in der Familie ist recht niedrig.
Erst vor kurzem meinte meine erwachsene Tochter zu einer Puppe aus meiner Sammlung, sie würde wegen ihrer Nase und dem blondem Haar aussehen wie Miss Piggy aus der Muppet Show. 🫣
Da musste ich dann schon lachen, weil ich auch weiß, dass es nicht böse gemeint ist.
Aber schön mal zu hören, dass es woanders ähnlich ist.

Den Zauber antiker Puppen kann eben nicht jeder sehen oder verstehen. Die Spezies der Puppensammler ist eben außergewöhnlich. Wir sind was ganz besonderes auf dieser Welt.

Liebe Ines,
nochmals danke für deine so lieben Zeilen. Sie kamen im richtigen Moment.

Ganz viele liebe Grüße  ❤️nach Berlin ❤️
Anke

Kämmer & Reinhardt 117n


P.S. Nein, ich rede nicht mit meinen Puppen. 😃 ❤️ Sie sind nicht meine Kinder. Wenn es sein muss, kann ich mich gut trennen.
Bei mir haben sie auch keine Vornamen.

Oh ! doch ! 😳 Es gib vier Ausnahmen
Ich habe einen Henry, eine Henriette, ich hatte eine Luise und der einzige größere Teddybär in meiner Sammlung heisst Emil. 😊

Ich denke auch nicht, dass sie hier herum wandeln.
Aber an Weihnachten, die magische Stunde um Mitternacht,
 dann und nur dann, werden auch meine Puppen lebendig. 😘