Freitag, 11. September 2026

Für Ines aus Berlin


Es ist so ein wunderbarer Morgen für mich, wenn ich einen Kommentar im Gästebuch des Puppenkontors finde.

Danke liebe Ines. 💖 Ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast, um mir deine Gedanken mitzuteilen.


Ines schrieb:

Hallo, liebe Anke,ich stöbere grad wieder - wie so oft - durch deinen Blog und die wunderschönen Fotos, ja durch die bezaubernden Szenerien, die du gestaltest, deine liebevollen Texte und möchte Dir einfach mal ein dickes DANKESCHÖN sagen.
Bitte mach weiter so...ich schaue oft in deinen Puppenkontor rein und lass die verrückte Welt da draußen außen vor und tauche ab in "unsere" Puppenwelt.
Ich hab jetzt kein ausgesprochenes Puppenzimmer, sie sind eher fast in der ganzen Wohnung verteilt, so dass ich immer welche um mich rum habe.
Jedesmal zaubern mir unsere Püppchen ein Lächeln ins Gesicht, auch rede ich mit ihnen hin und wieder (machst du das auch oder bin nur ich verrückt? :-D)
Mein Sohn, inzwischen 33jährig, sowie Schwiegertochter reden oft von meinen "Spooky-Puppen" (aber liebevoll gemeint) - sie "gruseln" sich eher ein wenig vor ihnen und meinen, nachts würden sich die Puppen unterhalten und munter in der Wohnung umherwandern. Den Gedanken finde ich schon irgendwie amüsant.
Ja, das sind so meine Gedanken... also bitte pflege deinen Blog hier weiter, hab eine schöne Zeit und ich freu mich schon auf die neuen Beiträge.
Liebe Grüße aus Berlin von Ines H.


*


Ja, diese verrückte Welt......
Und ich muss sagen seit einigen Tagen ist sie für mich nur noch schrecklich. Und das Schlimme für mich ist, dass sich diese Welt gar nicht mehr aussperren lässt, sie ist präsent. Sonst habe ich sie draussen vor der Wohnungstüre gelassen, dass gelingt mir nicht mehr.

Da muss unsere Jüngste ab Oktober in einem Bundesland studieren, wo Leute an die Macht gekommen sind......... ach mich macht das krank.
Überall Kriege, Umweltkatastrophen und Leid, der ganze Rüstungswahn und genau der ist jetzt auch noch hier angekommen. In Form eines Unternehmens, welches hier demnächst Waffen herstellen wird......die natürlich auch Menschen töten werden.

Ja, ich lebe in LEIPZIG.

Was für eine kranke Welt ist das nur noch!

Tja und dann stehe ich in meinem Puppenkontor und bin wieder mal am zweifeln.
Meine Puppen haben mich durch viele Tiefen getragen, mein Hobby hat mich fast immer aufgefangen. Aber ich merke langsam, dass das auch nicht mehr so gut funktioniert wie früher.

Und dann lese ich deine lieben Zeilen und genau in diesem Moment weiß ich, ich mache hier doch nichts unnützes.
Hinzu kommen die vielen Seitenaufrufe für meinen Blog aus aller Welt. Und ich weiß genau, irgendwo da draussen sitzt jemand vor seinem Handy und lenkt sich gerade von den Schrecklichkeiten dieser Welt ab. Und wenn es nur für ein paar Minuten ist.

Also heisst das auch für mich: Weitermachen. Durchhalten. An etwas Gutes glauben. Positiv denken!

Ich bin glücklich, dass du, liebe Ines, deine Gedanken mit mir teilst.
Du lebst tatsächlich mit deinen Puppen, hast sie immer um dich herum.
Das mache ich nicht, denn die Toleranzgrenze für meine Puppen in der Familie ist recht niedrig.
Erst vor kurzem meinte meine erwachsene Tochter zu einer Puppe aus meiner Sammlung, sie würde wegen ihrer Nase und dem blondem Haar aussehen wie Miss Piggy aus der Muppet Show. 🫣
Da musste ich dann schon lachen, weil ich auch weiß, dass es nicht böse gemeint ist.
Aber schön mal zu hören, dass es woanders ähnlich ist.

Den Zauber antiker Puppen kann eben nicht jeder sehen oder verstehen. Die Spezies der Puppensammler ist eben außergewöhnlich. Wir sind was ganz besonderes auf dieser Welt.

Liebe Ines,
nochmals danke für deine so lieben Zeilen. Sie kamen im richtigen Moment.

Ganz viele liebe Grüße schicke ich dir aus Leipzig ❤️nach Berlin ❤️
Anke

Kämmer & Reinhardt 117n


P.S. Nein, ich rede nicht mit meinen Puppen. 😃 ❤️ Sie sind nicht meine Kinder. Wenn es sein muss, kann ich mich gut trennen.
Bei mir haben sie auch keine Vornamen.

Oh ! doch ! 😳 Es gib vier Ausnahmen
Ich habe einen Henry, eine Henriette, ich hatte eine Luise und der einzige größere Teddybär in meiner Sammlung heisst Emil. 😊

Ich denke auch nicht, dass sie hier herum wandeln.
Aber an Weihnachten, die magische Stunde um Mitternacht,
 dann und nur dann, werden auch meine Puppen lebendig. 😘

Sonntag, 6. September 2026

Armand Marseille 233

Es gab ein regelrechtes Gezerre hier um die kleine Hasen-Schürze. 😉



Gedacht war sie erst für meine K*R 122, da diese(r) keine Hose hatte.
Dann aber passte sie auch perfekt dem Konfetti-Hasen (K*R 117n).
Also streute ich noch Konfetti auf die Schürze. 🙃
Aber "Mein neuer Liebling" hat eigentlich ein wunderschönes Kleid. Warum es dann mit einer Schürze abdecken?














So freut sich nun die Dritte im Bunde über die Spielschürze:

Die kleine Armand Marseille 233.

Die Puppe ( ca. 40 cm groß) ist nicht perfekt doch ich war sofort hin und weg von ihrem niedlichen Charaktergesicht. Dem speckigen Porzellan, den dunkelbraunen Glasaugen und der feinen Bemalung.
Die 233 ist auch so eine Puppe an der ich nur schwer vorbei komme.

Eine kleinere Version ( ca. 30 cm) hatte ich auch schon einmal in meinerSammlung.
Wer noch einmal schauen möchte:Hier

Und man kann hier wieder mal sehr gut erkennen, wie unterschiedlich Puppen mit der gleichen Kopfmarke im Ausdruck und von der Bemalung her sein können. Es wird eben nie langweilig. Ich könnte auch 5 Stück oder 7 ? 😅 von denen hier stehen haben..... und jede wäre ein anderer Charakter und würde mich glücklich machen.


Da die Süße eine orange Strickhose trägt, konnte ich nicht anders und musste den braunen Tüll an den Flügelärmeln der Schürze durch orangen Tüll ersetzen. Bei solchen Aktionen beglückwünsche ich mich immer selber, dass ich jeden noch so kleinen Schnipsel Stoffrest, sei es Tüll oder Spitze aufhebe, sammle, ja förmlich horte.

Meine vielen Schubladenkästen quellen über mit solchen Dingen und es durchströmt mich dann und wann ein kleines Glücksgefühl beim ersten Griff (ohne weiteres suchen) das Gewünschte sofort aufzufinden.







Heute am frühen Morgen war das Licht ganz wunderbar und so sind schnell noch diese Bilder entstanden.


🧡🧡Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Sonntag.🧡🧡



Samstag, 22. August 2026

Sommererinnerungen und eine reiche Ernte


Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich auf dem Dorf. Wir wohnten zur Miete in einer großen Villa mit Garten. Später wurde auch ein Gemüsegarten bewirtschaftet.
Meine Eltern hielten Kleinvieh, der sonntägliche Kaninchenbraten war für mich so normal, wie auch das Zuschauen beim Schlachten des Tieres ein/zwei Tage vorher.

Auf dem Schulweg nach Hause hockten wir auf den Kirschbäumen vom Bauern (der sah das gar nicht gern) aus dem Nachbardorf, aßen Fallobst (Pflaumen, Äpfel, Birnen), im Wald naschten und sammelten wir Himbeeren, Brombeeren und Walderdbeeren. Ich probierte Maiskolben vom Feld, aß Sauerampfer, lutschte Taubnesseln aus und auch Bucheckern schmeckten. Nichts davon war jemals abgewaschen.
Es war ein einfaches Leben, in und mit der Natur.

Heute, viele viele Jahre später, ist mein Leben ein völlig anderes. Nun wohne ich in der Großstadt. 
Und manchmal fühlt es sich für mich so an, als hätte ich irgendwann mal eine Gehirnwäsche verpasst bekommen. 

Ein Beispiel:
Hinter unserer Garage, die etwas außerhalb liegt, gibt es ein brachliegendes Gelände mit großen Brombeerbüschen und ich will eine Brombeere naschen.
Als Erstes schießt mir der Gedanke durch den Kopf:
.... die ist nicht abgewaschen !!! ☝🏻 
Fuchsbandwurm!!?!? 😳 Nimm lieber eine von ganz oben! 🧐

...also schmeiße ich die Beere, die ich zuerst pflückte weg und versuche an die Brombeeren von ganz oben zu kommen,
ich bin aber zu klein, so lasse ich es schließlich ganz..... und bin überzeugt, dass sie eh sauer sein müssen....🤓

Irgendwie schon ziemlich traurig. Wann um Himmels Willen habe ich das Vertrauen in die Natur verlernt. Warum ist das so? 
Vermutlich weil einem überall (durch Werbung) eingetrichtert wird, dass es alles perfekt und sauber im Supermarkt gibt und natürlich Geld kosten muss.
Dieses Überangebot vor allem an so perfekt aussehendem (gespritztem) Obst und Gemüse von überall her, kann ich nicht mehr sehen. Ich hasse es mittlerweile im Supermarkt einkaufen gehen zu müssen. 


Doch hier in der Stadt gibt es auch die stolzen Besitzer eines Kleingartens. Es sind meist die ganz jungen Menschen hier, die sich wieder auf "Omahaftes" besinnen und mitunter auch ein kleines Ackerstück pflegen.
Und so bin ich dieser Tage reicht beschenkt worden. Mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch und selbst gemachter Brombeermarmelade! Jawohl!


Und ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht auf Fotos festgehalten hätte.

Es war ein Fest, dass alles zu geniessen.
Und kurz war ich wieder das zwölfjährige Dorfmädchen, dass mit dem Nachbarsjungen, barfuss und in kurzen Hosen auf dem Schuppendach sitzt und Berge von selbstgepflückten Tomaten aus unserem Garten verputzt...

Einen lieben Dank an den edlen Spender. ❤️









Die niedliche Puppe ist eine _______. ??? 😃
Ich habe sie noch nicht so lange in meiner Sammlung und bin gerade dabei, die kleine Schürze zu optimieren. Es kommen noch Bilder im nächsten Post, dann folgt auch die Auflösung aber sicher wisst ihr es schon.


Ein wunderbares Wochenende für euch und schön, dass es endlich regnet und heute nicht so warm ist. 😁