Als Kind habe ich ihn oft gesehen.
Er fuhr mit dem Fahrrad durch unser Dorf. Ăber der Schulter ein stacheliges Teil.
Alles an ihm war schwarz wie die Nacht.
FrĂŒh morgens oder in der AbenddĂ€mmerung balancierte er auf auf den höchsten Dachspitzen.
Jetzt könnte es so schön gruselig werden........schlieĂlich ist bald Halloween........ aber im Gegenteil.
Dieser schwarze Mann ist nicht gruselig. Er ist ein GlĂŒcksbringer.đ
Und ihn gibt es noch. Nur leider hat er sich rar gemacht.
Vom Schornsteinfeger, Essenkehrer oder auch Kaminkehrer ist hier die Rede.
Ăber ihn gibt es Geschichten in alten KinderbĂŒchern. Darin wurde er manchmal als Angstmacher missbraucht.
Eine kurze BerĂŒhrung soll aber GlĂŒck bringen. Und auch als Puppe kam er daher.
Ăber die kleinen BadepĂŒppchen aus glasiertem Ganzporzellan, die recht fest in schwarzes Garn eingehĂ€kelt sind, habe ich mich lange Zeit gewundert. Was hatte dieser kleine Kaminkehrer fĂŒr einen Zweck? Nur ein Spielzeug ? Verschenkt als GlĂŒcksbringer?
FĂŒr die damalige Zeit hatten sie eine recht nĂŒtzliche Verwendung fĂŒr die Kinder in der Schule.
Um 1900 als mit Feder und Tinte geschrieben wurde, gab es noch kein Löschpapier.
Aber die Tinte in der Feder machte oft hĂ€Ăliche Kleckse vermutlich nicht nur auf das Papier.
Und jetzt kommt der kleine schwarze Mann zum Einsatz.
Unter seinen FĂŒĂen nĂ€mlich befanden sich kleine LĂ€ppchen aus Stoff. Und damit wurde dann versucht die Tinte aufzuwischen.
Nicht jedes Kind hatte so einen kleinen Helfer dabei. Vermutlich erledigten kleine Stofflappen aus Mutters Flickenkiste genau den gleichen Dienst.
Und auch andere Figuren als Tintenwischer soll es gegeben haben. Tiere zum Beispiel. Aber leider ist mir solch ein Wesen noch nicht begegnet.
Und bald ist es wieder soweit. Das schaurig schöne Fest am Abend und in der Nacht vor Allerheiligen naht.
Na dann:
đHappy HalloweenđđHappy HalloweenđđHappy Halloweenđ